Stein des Waisen - die Legende
Über die Herkunft und den Aufenthalt vom STEIN DES WAISEN gibt es unzählige Legenden.
Am bekanntesten ist wohl diese:
Einst begab sich ein Aussätziger dessen, was unsereins "Zivilisation" nennt, auf die Suche nach Antworten auf seine Fragen. Welche Fragen das genau waren, ist bis heute ungeklärt.
Es soll sich laut mündlicher Überlieferung um die essenziellsten, wichtigsten Themen im Leben eines Menschen gehandelt haben.
Er pflegte ab seinem dreißigsten Geburtstag keinerlei soziale Kontakte und blieb der menschlichen Gesellschaft so gut er konnte fern. Bei seiner mühseligen Suche, die 40 Jahre lang dauerte, und sich über den gesamten Erdball erstreckte, trug er einen kleinen Kieselstein mit sich, welcher mit der Zeit, vollgesogen mit Antworten, auf eine enorme Grösse heranwuchs und in seiner vollendeten Grösse silbrig-gold zu schimmern begann.
Der Mann war zwar am Ende seines Lebens im Besitz aller Geheimnisse des Universums,
doch gab sie der Stein bis zu seinem Ableben nie Preis.
Wo Mann und Stein verblieb ist unbekannt.
Eine andere Geschichte zu diesem sagenumwobenen Stein ist ebenfalls äusserst
interressant, da sie erklärt, warum so viele Leute bis heute von sich behaupten,
im Besitz dieses Steines zu sein.
In jener Geschichte heisst es: ...und als der waise Mann verstarb, wurde er zu Stein,
welcher durch einen Blitzschlag zerteilt wurde. Die Menschen vom angrenzenden
Dorf kamen herbei um zu sehen, wo der Blitz eingeschlagen hatte und fanden ein
angekohltes steinernes Gebilde, das an eine zerschlagene Statue erinnerte.
Noch vor Ort, begannen sie sich zu streiten, wer ein Anrecht darauf haben sollte.
Die Dorfbewohner glaubten nämlich, es wäre ein Geschenk Gottes um ihre Felder
ertragreicher zu machen und waren davon überzeugt, dass man die Steine
dort vergraben müsse, um die Ernte zu steigern.
Da zog einer der Bauern ein Kartenspiel aus der Tasche, und schlug vor, dadurch
die Besitzansprüche zu regeln. Nach drei Stunden Bauernschnapsen im Wald, hatte
jeder Bauer seinen Stein. Vom kleinsten bis zum grössten Brocken war alles gerecht
erspielt und verteilt worden. Tatsächlich soll es in dieser besagten Gegend, bis zum
heutigen Tag nie eine Missernte gegeben haben.
In dem Zusammenhang der letzten Geschichte, wird oft gemunkelt, dass der Wiener Friedensapostel WALULISO einst in den Besitz einer dieser Steine kam und ihn bei
jeder seiner Friedenskundgebungen, in einem Apfel versteckt, vor sich hertrug.
Tatsächlich hat dieser Aktivist, sogar nachweislich, viele Erfolge verzeichnen können.
Zum Beispiel in den 70er Jahren, als er erfolgreich Unterschriften für die Erhaltung der
Wiener Donauinsel als Naherholungsgebiet sammelte. Sogar nach seinem Ableben
wirkte er noch durch seinen letzten Wunsch, eine Brücke über die neue Donau zu bauen.
Als wahrscheinlichsten Grund dafür, dass er wirklich im Besitz dieses Steines gewesen
sein muss, kann man wohl seine letzten öffentlichen Auftritte sehen, bei denen er Geld
an Leute, mit dem Hinweis: "Charakter zählt und nicht Geld", verteilt hat.
Es ist natürlich reine Spekulation, aber wäre er nicht zu früh verstorben, könnte womöglich
bereits sein Wunsch auf Abrüstung und Frieden in Erfüllung gegangen sein....
Danke Ludwig Weinberger, 2. 7. 1914 - 21. 7. 1996
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